Schluss mit der Fotografie
Zumindest könnte ich das jetzt mit gutem Gewissen tun.
Schluss mit all dem Fotokram: AUS/ENDE/BASTA/NJENTE!
Aber der Reihe nach…
Wer sind Ihrer Meinung nach die am besten geeignetsten, ehrlichsten und härtesten Kritiker? Diejenigen die kein Blatt vor den Mund nehmen und sich nicht scheren? Ich sag es Ihnen: Kinder! Meiner Erfahrung nach können Kinder sehr strenge und aufrichtige Kritiker sein, Ihr Blick auf die Welt ist in den meisten Fällen noch recht unvoreingenommen und Kinder sagen/schreiben (gerne auch: Schreien!) was Ihnen durch den Kopf geht. Es gibt selten falsche Rücksicht. Wenn Sie also Künstler sind oder sich für einen halten und ihre Fotos, ihre Malerei, ihre sonstige Kunst … kommt in der kindlichen Beurteilung nicht gut weg … haben Sie wenig gewonnen! Und können einpacken. Weg mit der Staffelei, die Kamera bleibt im Keller. Dem kindlichen Wesen als Kunstkritiker wird meiner Meinung nach viel zu wenig Beachtung geschenkt. Im Guten wie im Schlechten.
Kurz vor Weihnachten 2025 erhielt ich über Umwege von einem Kind die Anfrage, ob es eine meiner Fotografien als Titelbild für seine selbsterfundene Geschichte verwenden kann.
Milla Sol, 12 Jahre, hatte die Idee sich zur Weihnachtszeit eine Geschichte auszudenken, welche sie dann als Geschenk an ihre Familie verteilt.
Milla nennt ihre Geschichte „Findet Billie» und diese handelt von einem Pferde liebenden Mädchen, welches der Mutter entzogen wird. In den 11 Kapiteln passiert allerhand, es gibt so manch unvorhergesehene Wendung und Milla hat sich einen faszinierenden Spannungsbogen ausgedacht. Ich finde sie schreibt interessant, unterhaltsam, kurzweilig, wohl durchdacht, gut strukturiert und hoffe, Milla findet viele Leser und Leserinnen. Ich wünsche ihr für ihren literarischen Weg ALLES GUTE! und immer einer spannende Schreibidee im Füller oder auf dem Tablet.
Und mir bleibt eigentlich nichts anderes als Schluss zu machen mit der Fotografie, eine schönere Würdigung meiner Arbeit als ein von einem Kind ausgesuchtes Bild für dessen Geschichte kann ich mir nicht vorstellen.
Aber ich fürchte ich kann nicht, ich muss weitermachen.
Das Foto ist übrigens im Sommer 2024 entstanden, in der Nähe von Levang (3 Autostunden südlich von Oslo). Dort habe ich 32 Tage am Stück in einem verlassenen Gebetshaus gewohnt (vorne Meer, hinten Wald) und mit meiner Serie „Sommer på Sørlandet" gearbeitet.
Auch Ihnen/Euch wünsche ich, dass Ihr dabei bleibt – bei dem was Euch antreibt.
Mit besten Grüssen
P.Y.





